Was von der Rente wirklich übrig bleibt

·5 Minuten Lesezeit·Friedrich Schropsdorff

„Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter“, sagte Friedrich Merz im April 2026. Der Satz ist keine Drohung, sondern eine Beschreibung. Was er in Zahlen heißt.

Wie die Rente berechnet wird

Die gesetzliche Rente folgt einer einfachen Formel: Entgeltpunkte mal Rentenwert. Einen Entgeltpunkt bekommst du für ein Jahr, in dem du genau das Durchschnittsentgelt verdient hast. 2026 liegt es vorläufig bei 51.944 Euro. Wer die Hälfte verdient, sammelt einen halben Punkt, wer das Doppelte verdient, knapp zwei. Nach oben ist Schluss an der Beitragsbemessungsgrenze. Der Rentenwert ist der Betrag, den ein Punkt im Monat bringt. Seit dem 1. Juli 2026 sind das 42,52 Euro.

Die Standardrente 2026

45 Jahre lang genau Durchschnitt verdient ergibt 45 Entgeltpunkte. Mal 42,52 Euro sind das 1.913 Euro brutto im Monat. Das ist die sogenannte Standardrente.

Davon gehen Kranken- und Pflegeversicherung ab: 7,3 Prozent Krankenversicherung, die Hälfte des Zusatzbeitrags und 3,6 Prozent Pflegeversicherung, zusammen rund 12 Prozent. Übrig bleiben etwa 1.680 Euro, bevor die Steuer rechnet.

Rechenbeispiel mit den Werten von 2026. 45 Jahre durchgehender Durchschnittsverdienst erreichen nur wenige: Ausbildung, Studium, Teilzeit, Elternzeit oder Selbstständigkeit ohne Pflichtbeiträge drücken die Punktzahl.

Was noch abgeht

Die Rente ist steuerpflichtig. Wie groß der steuerpflichtige Anteil ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und steigt für jeden neuen Jahrgang. Wer neben der Rente weitere Einkünfte hat, etwa aus Vermietung oder einer Betriebsrente, zahlt entsprechend mehr. Und die Zahl aus deiner Renteninformation ist in heutigen Euro gerechnet. Bis zum Rentenbeginn steigen die Preise, die Rente wird zwar jährlich angepasst, aber die Kaufkraft von heute ist damit nicht garantiert.

Warum „Basisabsicherung“

Das Rentenniveau beschreibt, wie sich die Standardrente zum Durchschnittslohn verhält. Mit dem Rentenpaket vom Dezember 2025 hat der Bundestag die Haltelinie von 48 Prozent bis 2031 verlängert. Was danach kommt, ist offen; eine Kommission soll Vorschläge vorlegen. Genau darauf zielt der Satz des Kanzlers: Die gesetzliche Rente bleibt der Sockel. Wer seinen Lebensstandard halten will, braucht etwas, das darauf steht, betrieblich oder privat.

Ein Beispiel aus unserem Rechner

30 Jahre alt, 4.000 Euro brutto im Monat, Rentenbeginn mit 67: Das sind gut 0,9 Entgeltpunkte im Jahr. Über 42 Beitragsjahre kommen rund 39 Punkte zusammen, also etwa 1.650 Euro brutto und rund 1.450 Euro nach Kranken- und Pflegeversicherung, vor Steuern.

Wer im Ruhestand 2.200 Euro nach Kranken- und Pflegeversicherung zur Verfügung haben will, hat vor Steuern eine Lücke von rund 750 Euro im Monat.

Modellrechnung in heutiger Kaufkraft mit den Annahmen aus unserem Rentenlücken-Rechner. Deine verbindliche Zahl steht in der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.

Deine Zahl

Nimm deine Renteninformation zur Hand und lies den Betrag bei Regelaltersgrenze ab. Zieh rund 12 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherung ab und überleg, wie viel du im Ruhestand brauchst. Die Differenz ist deine Lücke. Wie groß sie ist und was es kostet, sie zu schließen, zeigt dir unser Rechner in einer Minute. Ob dann eine betriebliche Altersvorsorge, eine private Rentenversicherung oder ein Depot der passende Weg ist, klären wir im Gespräch.

Quellen: Friedrich Merz beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken, Berlin, 21. April 2026 (zitiert nach t-online und ihre-vorsorge.de). Rentenwert und Durchschnittsentgelt: Deutsche Rentenversicherung und Bundesregierung zur Rentenanpassung 2026. Rentenpaket 2025: Deutscher Bundestag, Beschluss vom 5. Dezember 2025. Stand September 2026.

Wie groß ist deine Lücke?

Der Rentenlücken-Rechner zeigt dir in einer Minute, wo du stehst. Danach rechnen wir es gemeinsam durch, kostenlos und unabhängig.